Spezialsprechstunde Arthrose Dr. MauchSpezialsprechstunde Arthrose · Stuttgart

Ratgeber · Kapitel 35 von 37

Woher die Empfehlungen in diesem Buch stammen

Aus dem Patientenratgeber Arthrose und Gelenkschmerz von Dr. med. Christian Mauch, Fassung 2026.

Ich schreibe hier aus 30 Jahren eigener Erfahrung. Erfahrung allein genügt aber nicht, deshalb habe ich die Empfehlungen gegen die Leitlinien der Fachgesellschaften gehalten. Leitlinien sind Empfehlungen, die aus der verfügbaren Forschung erarbeitet werden. Sie sind kein Gesetz und ersetzen die Entscheidung im Einzelfall nicht. Aber wer von ihnen abweicht, sollte gute Gründe haben und sie nennen.

Nicht alles in der Medizin ist gleich gut belegt, und Sie sollten sehen können, wie sicher eine Aussage ist. Ich verwende dafür vier Abstufungen. Gut belegt heißt: Es liegen mehrere aussagekräftige Studien vor, ihre Ergebnisse zeigen in dieselbe Richtung, und die Leitlinien sprechen eine klare Empfehlung aus. Kann erwogen werden heißt: ein Nutzen ist möglich, aber nicht gesichert, die Entscheidung hängt von Ihrer Lage ab. Nutzen unklar heißt: die Studien widersprechen sich oder sind zu schwach für ein Urteil. Nicht empfohlen heißt: die Leitlinien raten ausdrücklich ab. Zwei Hinweise dazu: Leitlinien können sich untereinander widersprechen, und sie sprechen manchmal auch bei dünner Studienlage eine Empfehlung aus, wenn die Erfahrung dafür spricht. Wo das der Fall ist, sage ich es im Text.

Die verwendeten Leitlinien Für das Kniegelenk: S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Gonarthrose, AWMF-Registernummer 187-050, Stand Juli 2024, veröffentlicht im Mai 2025, gültig bis Juli 2029. Aus ihr stammen die Aussagen zur Gelenkspiegelung am Knie, zu den Schmerzmitteln, zur Hyaluronsäure, zu den Eigenblutverfahren und zum Glucosamin.

Ein Hinweis, der wichtig ist: Diese Leitlinie gilt für das Knie, nicht für alle Gelenke. Die allgemeinen Grundsätze wie Bewegung, Muskelaufbau und der maßvolle Umgang mit Schmerzmitteln lassen sich übertragen. Die konkreten Aussagen zu Gelenkspiegelung, Hyaluronsäure, Eigenblutverfahren und Nahrungsergänzungsmitteln gelten dagegen zunächst nur für das Knie. Wo ich sie auf andere Gelenke beziehe, sage ich es. Für den Großzehenballen: S2e-Leitlinie Hallux valgus, AWMF-Registernummer 187-051, gültig bis 2029. Aus ihr stammen die Aussagen zur Röntgenaufnahme im Stand und zur Operationsindikation.

Für die Hand- und Fingerarthrose lag keine aktuelle deutsche Leitlinie vor. Herangezogen habe ich die Empfehlungen der Europäischen Rheumaliga zur Handarthrose, veröffentlicht in Annals of the Rheumatic Diseases, Jahrgang 78, Ausgabe 1, Seiten 16 bis 24. Aus ihnen stammen die Aussagen zu Injektionen an den Fingergelenken, zu Schienen und zum Chondroitin. Wo die deutschen Leitlinien abgelaufen waren Hier muss ich offenlegen, was mir selbst nicht gefällt. Für drei Themen dieses Buches war die deutsche Leitlinie zum Redaktionsschluss formal abgelaufen.

Die Leitlinie zur Koxarthrose, also zum Hüftverschleiß, stammt aus dem Jahr 2019, trug die Registernummer 033-001 und wird unter der Nummer 187-049 überarbeitet. Die Leitlinie zu den Indikationskriterien der Hüfttotalendoprothese, Registernummer 187-001, wurde im März 2021 veröffentlicht und war fünf Jahre gültig, also bis März 2026. Die Nationale VersorgungsLeitlinie zum nicht-spezifischen Kreuzschmerz von 2017 ist seit 2022 nicht mehr gültig und wird überarbeitet.

Die Inhalte sind damit nicht falsch geworden, sie sind nur nicht mehr formal bestätigt. Ich habe die betroffenen Aussagen deshalb gegen die aktuelle Knieleitlinie, gegen die britische Arthroseleitlinie NICE NG226 aus dem Jahr 2022 und gegen die Empfehlungen der Europäischen Rheumaliga gehalten. Die drei Kriterien für ein künstliches Hüftgelenk und die Zurückhaltung bei der Bildgebung des Kreuzschmerzes werden dort ebenso vertreten. Prüfen Sie den aktuellen Stand im Zweifel unter register.awmf.org. Wo es zu einer Frage gar keine Leitlinienempfehlung gibt, etwa zum Hallux rigidus, der Einsteifung des Großzehengelenks, schreibe ich aus der eigenen Praxis und sage es dazu. Das ist mir lieber, als eine Sicherheit vorzutäuschen, die es nicht gibt.

Verfasst und fachlich geprüft von Dr. med. Christian Mauch, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Zusatzbezeichnungen Sportmedizin und Chirotherapie, Ärztlicher Leiter des Maybach Medical MVZ Orthopädie. Maybachstraße 50, 70469 Stuttgart, Telefon 0711 896 550 0. Fachlich geprüft am 24.08.2026, zuletzt geändert am 03.10.2026. Die Seite ersetzt keine Untersuchung.