Ratgeber · Kapitel 7 von 37
Wie stellt man Arthrose fest?
Aus dem Patientenratgeber Arthrose und Gelenkschmerz von Dr. med. Christian Mauch, Fassung 2026.
Am Anfang stehen das Gespräch über Ihre Beschwerden und die körperliche Untersuchung. Erst danach folgt ein Bild. Das Röntgenbild zeigt den Gelenkspalt und erlaubt, das Ausmaß der Arthrose einzuordnen. Welche Aufnahme sinnvoll ist, hängt vom Gelenk und von der Frage ab. Am Knie werden zur Beurteilung einer Arthrose in der Regel Aufnahmen im Stand unter dem eigenen Gewicht angefertigt. Auch am Fuß, etwa beim Großzehenballen, sind Aufnahmen im Stand wichtig. An Hüfte, Schulter und Hand werden standardisierte gelenkspezifische Aufnahmen verwendet; ob im Stehen oder Liegen, richtet sich nach der Fragestellung und dem Untersuchungsprotokoll. Ist der Gelenkspalt schmal, fehlt in der Regel Knorpel. Auch die Reaktionen des Knochens, etwa Verdichtungen und seitliche Anbauten, sieht man im Röntgenbild.
Für den Knorpel selbst, für Meniskus und Bänder nutzen wir die Kernspintomographie (MRT), denn damit lässt sich die Knorpelstruktur beurteilen. Feine knöcherne Strukturen zeigt die digitale Volumentomographie (DVT); sie arbeitet mit Röntgenstrahlung, deren Dosis von Gerät und Einstellung abhängt. Erguss und Weichteile zeigt der Ultraschall, der ohne Strahlung auskommt. Nicht jeder braucht all diese Untersuchungen, im Gegenteil. Jede Aufnahme sollte eine konkrete Frage beantworten, die sich aus Gespräch und Untersuchung ergeben hat. Bei einer eindeutigen Arthrose genügt oft das Röntgenbild. Röntgenbilder: gesundes Knie (links) und Arthrose-Knie (rechts).
Zwei Röntgenaufnahmen von vorne. Links ein deutlicher heller Spalt zwischen Ober- und Unterschenkel. Rechts ist dieser Spalt innen fast verschwunden, der Knochen darunter verdichtet. Blick in das Gelenk: gesunder Knorpel (links) und kranker Knorpel (rechts). Zwei Aufnahmen durch die Gelenkspiegelung. Links eine glatte, weiße, glänzende Oberfläche. Rechts eine matte, aufgeraute Fläche, an der ein Tasthaken anliegt. Am Beispiel des Knies: Röntgen unter Belastung
Am Knie machen wir das Röntgenbild im Stehen. Das klingt nach einem Detail, ist aber entscheidend. Im Liegen zieht der Gelenkspalt auseinander und sieht besser aus, als er ist. Erst unter Ihrem Körpergewicht zeigt sich, wie viel Stoßdämpfer wirklich noch da ist und wie Ihre Beinachse die Last verteilt. Die Kernspintomographie kommt ohne Röntgenstrahlen aus. Sie liegen etwa 20 Minuten in einer Röhre, das Gerät klopft laut, Sie bekommen einen Gehörschutz. Dafür sehen wir Dinge, die kein Röntgenbild zeigt: den Knorpel selbst, die Menisken, die Bänder und Reizungen im Knochen.
Die digitale Volumentomographie liefert ein dreidimensionales Bild feiner Knochenstrukturen bei geringer Strahlendosis, hilfreich etwa am Fuß und an der Hand. Der Ultraschall schließlich ist die schnelle Untersuchung nebenbei. Er zeigt Erguss, Schleimbeutel und Sehnen in Bewegung, tut nicht weh und lässt sich ohne Strahlenbelastung wiederholen, wenn eine Frage das erfordert. KAPITEL 7
Verfasst und fachlich geprüft von Dr. med. Christian Mauch, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Zusatzbezeichnungen Sportmedizin und Chirotherapie, Ärztlicher Leiter des Maybach Medical MVZ Orthopädie. Maybachstraße 50, 70469 Stuttgart, Telefon 0711 896 550 0. Fachlich geprüft am 24.08.2026, zuletzt geändert am 03.10.2026. Die Seite ersetzt keine Untersuchung.